Jahresbericht 2012 des Bandonionvereins Carlsfeld e.V.

Der Bandonionverein Carlsfeld e.V. hat im 11. Jahr seines Bestehens große Erfolge erzielt. Sie bestehen vor allem in folgendem:

  • Das Orchester hat sein musikalisches Können in diesem Jahr erneut weiter verbessert, sein Repertoire erweitert und damit seine Ausstrahlungskraft erhöht.
  • Der Bandonionverein gehört zum festen Bestandteil des kulturellen Lebens der Region,wurde aber darüber hinaus in ganz Sachsen und sogar deutschlandweit bekannt.
  • Die Arbeit mit dem musikalischen Nachwuchs hat eine neue Qualität und eine größere Breite erreicht.

Eine besondere Würdigung erfuhr der Bandonionverein am 29. November in Potsdam. Er wurde vom Verband ostdeutscher Sparkassen und der SUPERillu mit dem „Unternehmerpreis 2012“ ausgezeichnet.. Dieser Preis wird alljährlich an erfolgreiche Kommunen, Betriebe und Vereine in den Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt verliehen.
In der Begründung wurde die Arbeit des Vereins zur vielseitigen Pflege der Bandoniongeschichte und seiner Musik, die in Carlsfeld ihre Wurzeln haben, gewürdigt. Besonders die Gründung und Entwicklung des Orchesters, die Organisation von Konzerten mit international bekannten Musikern und die Einbeziehung von Kindern ins Bandonionspiel wurden hervorgehoben.
Als Anerkennung erhielt Vorsitzender Robert Wallschläger eine CD, auf der die Arbeit des Vereins im Film anschaulich dargestellt wird.

Im November und Dezember wurde die Arbeit des Bandonionvereins mehrfach im „Sachsenspiegel“ des MDR-Fernsehens und auch in der SUPERillu gewürdigt.

Der Erfolg der hervorragenden Nachwuchsarbeit wurde während des Maikonzertes sichtbar. An diesem Tag hatte die Juniorgruppe des Bandonionvereins Premiere. Annabell Schönfelder, Marie-Sophie Gläntz, Maximilian Sauerbaum, Paul Schmiedel und Ruben Hofmann, unterstützt von den beiden bereits erfahrenen jugendlichen Orchestermitgliedern Anne Heinz und Valentin Mende, spielten drei Lieder und ernteten begeisterten Beifall. Zum Bandonionfestival im Oktober hatte das Nachwuchsorchester seinen zweiten erfolgreichen Auftritt.
Diese Arbeit mit Kindern und Jugenlichen ist deutschland- und möglicherweise weltweit einmalig in der Bandonionszene.

Dank seiner guten Ausstrahlung kamen auch neue, erfahrene Spieler zum Verein, so im Vorjahr der Konzertinaspieler Bernd Schädlich aus Wilkau-Haßlau und in diesem Jahr Manfred Kropfgans aus Treuen, der ein Chromatiphon spielt. Als Sängerinnen konnten die drei Damen des Spiegelwald-Trios für einige Konzerte gewonnen werden. Leider mußte Horst Brückner, der bewährte Sänger des Vereins, aus schwerwiegenden gesundheitlichen Gründen seine Mitarbeit beenden.

Ein Höhepunkt des musikalischen Wirkens im Jahr 2012 war das schon zur Tradition gewordene Maikonzert in Carlsfeld. Das Bandonionorchester begeisterte mit seinem vielseitigen Programm, das Musik von Folklore über Klassik bis zu südamerikanischem Tango bot. Ein weitere Höhepunkt war das Spiel der jungen Nachwuchs- bandonionisten, die vom Publikum begeistert gefeiert wurden.

Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012
Maikonzert 2012

Bei diesem Konzert begleitetete die Eibenstocker Musiklehrerin Ekatarina Kolova-Pansch das Orchester bei einigen Melodien am Klavier.

Als Gäste boten die Mitglieder der Gruppe „Yazzango“ mit derBandonionvirtuosin Karin Eckstein, dem argentinischen Gitarristen, Sänger und Flötenspieler Humberto Cossentino, dem Schlagzeuger Tomas Perez aus Puerto Rico sowie dem deutschen Pianisten Bill Bergelt ein musikalisches Fest der Sinne.
Am Vormittag hatte Karin Eckstein in einem Workshop den Mitgliedern des Carlsfelder Bandonionorchesters ihre reichen technischen Erfahrungen beim Bandonionspiel mittels praktischer Übungen vermittelt.

Auch das Carlsfelder Bandonionfestival im Oktober gestalteten das Bandonionorchester und seine Juniorengruppe mit.

Die Ausstrahlungskraft des Vereins zeigt sich auch darin, dass immer mehr Veranstalter zu ihren Events Carlsfelder Bandonionmusik hören möchten.
So haben sich die Carlsfelder Bandonionisten auch bei den Musikfreunden in Chemnitz einen guten Ruf erworben. Sie gestalteten, wie bereits im Vorjahr, am 1. Dezember zu den Tagen der erzgebirgischen Folklore das Programm „Advent im Erzgebirge“ in der Chemnitzer Stadthalle mit. Am 2. Dezember begeisterten sie ihre Fans bei einem weiteren Auftritt im Foyer der Stadthalle. Reges Interesse fand auch der Stand im Foyer, der das Wirken des Vereins und die Rolle des Bandonions in der Region dokumentierte.

Auch beim Sächsischen Familientag in Augustusburg war der Verein dabei. Bei dieser Veranstaltung präsentierten unter der Schirmherrschaft des sächsischen Ministerpräsidenten Tillich verschiedenste Vereine die vielfältigen Möglichkeiten einer sinnvollen Freizeitgestaltung. Der Bandonionverein war mit musikalischen Darbietungen und einem eigenen Stand vertreten.
Außerdem erfreuten die Musikanten des Vereins in der „Goldnen Sonne“ in Schneeberg, zum Wurzelfest in Bockau, beim Vugelbeerfast in Lauter sowie im Glaspavillon in Schlema ihre Zuhörer.
Die große Zahl der Wünsche nach Auftritten kann jedoch bei weitem nicht erfüllt werden. Das würde Einsatz an jedem Wochenende bedeuten und übersteigt die Möglichkeiten. Doch daran wird deutlich: Die Bandonionmusik hat sich wieder einen festen Platz im kulturellen Leben erobert. Und das Schild „Bandoniondorf“, das unser Maskottchen, der Wurzelrudi, an den Ortseingängen von Carlsfeld trägt, ist vollauf berechtigt.

Diese großartigen Ergebnisse wurden vor allem durch die engagierte ehrenamtliche Freizeitarbeit der Musiker erreicht. Dazu gehören die regelmäßigen Proben des Orchesters, bei denen sich die Spieler auch unter dem Einfluss so erfahrener Bandonionisten wie Robert Wallschläger, Christioph Gruner und anderer fleißig und selbstkritisch um ein ständig höheres musikalisches Niveau und ein vielfältiges Repertoire bemühen. Rico Schneider arrangiert für das Orchester auch klassische Musik, die bislang noch nie auf dem Bandonion gespielt wurde.

Zu den Voraussetzungen für die Erfolge gehört auch die hingebungsvolle Unterrichtsarbeit von Robert Wallschläger, der junge Bandonion-Neulinge ausbildet. Dabei wird er unterstützt von Anne Heinz, Christoph Gruner, und Rico Schneider, die ebenfalls Kindern das nicht einfache ABC des Bandonionspiels beibringen.
Zum hoffnungsvollen jungen Nachwuchs gehören, wie bereits erwähnt, Marie-Sophie Gläntz, Ruben Hofmann, Maximilian Sauerbaum, Paul Schmiedel und Annabella Schönfelder, die schon öffentlich gespielt haben. Aber auch Hanna Sauerbaum und Paul Witscher lernen fleißig. Sie haben ihr Debüt noch vor sich. Aber  auch etwas gereiftere Vereinsmitglieder haben sich erfreulicherweise zum Erlernen des Bandonions sozusagen nochmals „auf die Schulbank“ gesetzt.

Um weitere Freunde für das Bandonionspiel zu gewinnen, veranstaltete der Verein während des Festes zum 333jährigen Bestehen von Carlsfeld wieder einen Schnupperkurs, bei dem zwölf Interessenten erste Bekanntschaft mit dem Bandonion suchten. Zwei von ihnen haben „Feuer gefangen“ und wollen Bandonionspieler werden.

Nach den Vorstellungen des Vereins sollten auch Musikschulen Bandonionkurse anbieten. Dies blieb bisher leider ein Wunschtraum. Einen Hoffnungsschimmer gibt es an der Musikschule Johanngeorgenstadt, wo Anne Heinz einen Jungen aus Breitenbrunn unterrichtet.

Die gute Arbeit des Bandonionvereins beruht auch auf dem ideenreichen, kontinuierlichen und zuverlässigen Wirken des Vorstandes. Robert Wallschläger als Vorsitzender kann sich auf die gute und ambitionierte Arbeit von Viola Heinz, Gerhild Ziener, Mathias Tautenhahn und Therese Wallschläger verlassen.

Finanzielle Unterstützung erhält der Bandonionverein vor allem durch den Kulturraum Erzgebirge. Weitere Sponsoren sind die Erzgebirgssparkasse, die Stadt Eibenstock,die Carlsfelder Unternehmen Medihome, Siebdruck Stefan Beetz, die Firma Handzuginstrumente Carlsfeld, Hartmut Schnorr von Carolsfeld, der Nachkomme des Begründers von Carlsfeld und natürlich die Mitglieder des Bandonionvereins mit ihren Beiträgen und Spenden.
Erleichtert wurde die Arbeit auch dadurch, dass der Verein einen Autoanhänger erwerben konnte, mit dem die Instrumente und Auftrittsutensilien besser transportiert werden können.

    © FL Webdesign