Jahresrückblick 2008 des Bandonionvereins Carlsfeld e. V.
Ein Höhepunkt der Arbeit des Bandonionvereins Carlsfeld war am 25. Mai im Bürgerhaus „Grüner Baum“ ein Konzert, das nicht nur die Zuhörer im Saal begeisterte, sondern weit über die Grenzen unserer Region ausstrahlte. Der Verein konnte einen der weltbesten Bandonionvirtuosen, Luis Stazo und sein Quintett „Stazo Mayor“ präsentieren, dem der ebenfalls meisterlich spielende Bandoneonist Christian Gerber, der Solo-Gitarrist Cesar Nigro, Pablo Woizinski (Klavier) und Kaspar Domke (Kontrabass) angehören. Ein weiteres Bonbon im Konzert war der Auftritt des Bandonionsolisten Manfred Klaus. Neben diesen hochkarätigen Musikern bewies auch der Bandonionverein Carlsfeld, der mit 18 Mitwirkenden auftrat, sein gutes musikalisches Niveau und erntete begeisterten Beifall.

Der Bandonionverein gestaltete auch das 15. Bandonionfestival im Oktober in Carlsfeld mit. Er stellte nicht nur die technischen Anlagen zur Verfügung. Mit ihren Auftritten in der Kirche und im „Grünen Baum“ boten die Spieler ein gutes Programm und sorgten für Überraschungen. So sang beim Konzert in der Kirche die junge Zschopauer Sängerin Anna-Maria Macher, begleitet vom Carlsfelder Ensemble, das Lied „Memory“ aus dem Musical „Cats“. Im „Grünen Baum“ trug der Gitarrist Karsten Becker aus Bad Saarow gemeinsam mit den Carlsfelder Musikern seinen selbst getexteten und komponierten Song „Hör mein Lied“ vor. Rico Schneider, Kantor von Zwota und Mitglied sowie künstlerischer Inspirator des Bandonionvereins, hatte das Lied, ebenso wie viele andere Melodien vorher, für das Orchester arrangiert.

Dass beim Konzert im „Grünen Baum“ der Bandonionsolist Manfred Klaus im Carlsfelder Klangkörper mitspielte, ist auch als Lob für die Qualität der Arbeit der Musiker zu werten.

Aber nicht nur im Heimatort wirkte der Verein. Am 29. März hatte der Museumsverein Werdau in die Pleißentalhalle der Stadt zum Konzertnachmittag eingeladen. Vor rund 600 Zuschauern spielte der Bandonionverein. Weitere Mitwirkende waren die Planitzer Konzertinagruppe und die Konzertinaspieler aus Perlas. Mit fünf Zugaben aller beteiligten Musiker endete der Konzertnachmittag.

Ein besonderes und einmaliges Konzert fand am 25. Oktober in den größten Zinnkammern Europas in Pöhla statt. Musiker und Zuschauer fuhren mit einer Bahn in das Besucherbergwerk ein, das bis tief in das Fichtelbergmassiv reicht. Der unterirdische Konzertsaal endet an drei großen Zinnkammern und bietet eine wunderbare Akustik, ähnlich der des Kölner Domes. Bei diesem ersten Bandonionkonzert, das unter Tage stattfand, war auch der Gitarrist Karsten Becker mit seinem Tango „Hör mein Lied“ mit von der Partie. Die Plätze in den Zinnkammern waren bis auf den letzten Platz besetzt. Die Zuschauer sangen und schunkelten begeistert mit.

Auch in Zwota zur Kirmes sowie im Schützenhaus in Sosa trat der Verein in voller Besetzung auf. In der Vorweihnachtszeit gestaltete der Verein als Abschluss Stubenmusik in dem Kulturzentrum „Goldenen Sonne“, Schneeberg. Mit kleiner Besetzung spielten die Musiker im Klingenthaler Museum, im Bauernmuseum Landwüst und in der Heimatstube Trieb. In Grünbach, wo es eine gute Bandoniontradition gibt, stellte Robert Wallschläger den Verein in Wort und Ton vor.    Während dieser Konzerte konnte der Bandonionverein seine engagierte Nachwuchsarbeit präsentieren – ein Erfolg, für den viele andere Bandonionorchester die Carlsfelder bewundern. So treten die 11jährige Anne Heinz und der 12jährige Valentin Mende am Bandonion nicht nur mit einem eigenen Vortrag auf. Sie spielen auch einige Titel der „gestandenen“ Musiker mit. Dass sich zunehmend junge Menschen wieder für das Bandonion interessieren, mag der Ausstrahlungskraft solcher Konzerte zu danken sein. Aber dahinter steckt auch die unermüdliche Arbeit von Robert Wallschläger. Der junge Meister des Handzuginstrumentenbaues hat gegenwärtig acht Schüler, die er in seiner Freizeit in die Geheimnisse des Bandonionspiels einweiht. Darüber hinaus herrscht im Verein eine gute, kameradschaftliche und schöpferische Atmosphäre. Man ist offen für Neues und macht es neuen Mitgliedern leicht, sich zu integrieren. Es ist zu hoffen, dass das Bandonion dank der guten Arbeit der Mitglieder des Vereins weitere Freunde und aktive Spieler gewinnt und so auch junge Leute anregt, ihre Freizeit sinnvoll zu gestalten.
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